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Gebet eines Pferdes

Ich bin nur ein Pferd, o Herr, doch brav bin ich und treu
und willens, mein Bestes zu geben für etwas Hafer und Heu.
Dazu noch frisches Wasser und ein trock`nes Bett, um zu ruh`n -
mehr ist es nicht, was ich brauche, dafür will ich alles tun, um dich zufriedenzustellen.
Doch reit mich mit sanfter Hand, auch wenn ich nicht gleich begreife - hab`nur einen Pferdeverstand.
Du bist mein Herr und Meister, vom Schicksal für mich erwählt, drum schenk mir ein gnädiges Ende, wenn meine Tage gezählt.
Wenn ich alt und schwach geworden, dann laß mich sterben dort, wo man sicher und schmerzlos mich tötet, und nicht an fremdem Ort.
Bin allzeit ein Freund dir gewesen und hab`dir treulich gedient, drum sollst du als Freund mich behandeln, der ein würdiges Ende verdient.
Ich bitt`dich im Namen des Heilands, ohne den kein Sperling fällt, der, geboren in einem Stalle, uns alle liebt und erhält
.

 

Als ich neun Jahre alt war kauften meine Eltern unseren Picco. Er war damals, 1986, 16 Jahre alt. Ich kann mich kaum an einen Tag erinnern, an dem ich nicht mit ihm zusammen war. Wir haben zusammen das Reitabzeichen bestanden, Turniere bestritten, sind mit der Kutsche gefahren, gesprungen. Er hat uns im Winter mit dem Schlitten gezogen, wir sind im Sommer ins Dorf geritten um Eis zu essen.
Nun, 19 Jahre später, musste ich eine Entscheidung treffen, die mir unendlich schwer gefallen ist.
Am 16.12.2005, mit stolzen 35 Jahren, mussten wir Picco einschläfern lassen.
Mein besonderer Dank gilt unserer Tierärztin Dr. Carolin Langhorst, die mit viel Einfühlungsvermögen den letzten Weg begleitet hat.

Leb wohl mein kleiner Freund...

 

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© Copyright Sandra Wagenländer Die Rechte an Texten und Bildern liegen bei der Autorin; jegliche unauthorisierte Kopie oder Verbreitung von Text- oder Bildelementen, auch auszugsweise, ist untersagt.